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Das Ruhrtalmuseum

Kultur- und Weiterbildungsbetrieb

- KuWeBe -

Brückstraße 14

58239 Schwerte

Tel. 02304-219950(52)

Fax 02304-219902

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Öffnungszeiten

Di. bis So. 11 bis 17 Uhr

Mo. u. ges. Feiertage geschl. 

Sammellust - die bunte Welt der kleinen Bilder

Eine Ausstellung des Ruhrtalmuseums vom 11.2. bis 13.3.2011

Wer kennt sie nicht: die bunte Welt der Sammelbilder aus Zigaretten-, Nudel- und Haferflockenpackungen - wer hat diese bunten Abbilder der Welt, wie man sie damals kannte, nicht gesammelt ?

Die Geschichte der Sammelbilder lässt auf eine lange Tradition zurückblicken. Im deutschsprachigen Raum war es wohl die Firma Stollwerk, die ihre Schokoladenerzeugnisse bereits um das Jahr 1840 mit Sammelbildern ausstattete. Zahlreiche Zigarettenmarken, wie beispielsweise die Firma Reemtsma folgten; auch Nahrungsmittelhersteller, wie die Firma Peter Kölln KGaA (Haferflockenbilder) und der Teigwarenhersteller Birkel gaben Sammelbildserien heraus.

Losgelöst von der "Produktbeigabe" vertrieben Bilderdienste, wie der Pabel-Verlag, die Firma Americana sowie der Panini-Verlag aus Nettetal von 1960 bzw. von 1979 an Sammelbilder kommerziell.

Die Sammelbilder spannen einen weiten Bogen über Märchen, ferne Länder, Pflanzen, Tiere, Technik, Sport, Film, Propaganda der NS-Zeit und die Zukunft.

Untrennbar mit dem Sammelbild verbunden ist der Begriff des Sammelbandes, der, herausgegeben von den "Sammelbildproduzenten", der Aufbewahrung und teilweise auch der textlichen Ergänzung der Serienbilder dient.

Auch die Mathematik nahm sich der Serienbilder an: Bedingt durch das "Sammeln" der Bilder, häufte man stets eine größere Anzahl von Bildern an, als zur Vervollständigung eines Sammelbandes benötigt wurden. Mit einer mathematischen Formel war errechenbar, dass zur Füllung eines Sammelbandes mit 50 Bildern durchschnittlich 224.96 gesammelte Bilder erforderlich waren.

Der "Rundgang durch Raum und Zeit" deckt in dieser Ausstellung einen zeitlichen Ausschnitt von etwa 1930 bis 1970 ab und umfasst etwa 40 Exponate sowie 7 Bild- und Texttafeln und einige Fotogroßabzüge.

Medaillen

Bild, Plakat zur Ausstellung

Eine Ausstellung des Ruhrtalmuseums vom 22.Juli bis 30.August

"Medaglia"

Mit dem Wort "Medaglia" hat man in Italien im Mittelalter antike Münzen und andere alte, nicht mehr kursfähige Münzen bezeichnet. Heute versteht man unter Medaillen Prägungen, die aus besonderen Anlässen oder in Erinnerung an bestimmte Personen und Ereignisse ausgegeben werden und die keinen Geldwert besitzen.

Obwohl bereits die Römer aus Gedenkanlässen große Medaillons herausgaben, die an sich auch nicht für den Geldverkehr bestimmt waren, entstanden die ersten eigentlichen Medaillen in Italien erst im Jahr 1438. Diese frühen Medaillen wurden in der Regel im Metallgussverfahren hergestellt. Um die Mitte des 16. Jahrhundert wurden die ersten Medaillen auch geprägt. Medaillen sind häufig Spiegel von Kunst, Kultur und Geschichte und sind oft als künstlerisch wertvoll einzustufen.

In den Beständen des Ruhrtalmuseums befinden sich Medaillen aus den verschiedensten Bereichen und Epochen. Die frühesten Medaillen datieren aus dem 16.Jh.. Enthalten sind Medaillen, die überwiegend dem Gedenk-, Bahn- und Postwesen zuzuordnen sind. Darunter aber befinden sich auch Medaillen, die an zeitgeschichtliche Ereignisse, wie Katastrophen, Hungersnöte, Jubiläen und wissenschaftliche Errungenschaften erinnern.

Der heutige Bestand ist dem Museumsgründer, Josef Spiegel, und seiner Sammeltätigkeit zu verdanken. Aus den Eingangsbücher des Museums geht hervor, dass er durch Schenkungen, Tausch und Kauf den Bestand ausbaute.

Medaille auf die Wiedertäufer, 1534

Bild, erste und zweite Seite der Medaille auf die Wiedertäufer, 1534

Zu den Besonderheiten des Bestandes gehört eine Medaille auf die Wiedertäufer. Die Medaille scheint zu den Originalprägungen dieser Zeit zu gehören und nicht zu den zahlreichen Nachprägungen, die Ende des 16. und Anfang des 17.Jh. folgten. Insofern stellte sie eine Seltenheit dar.

Am 15. Februar 1533 wurde die Reformation in Münster durch Vertrag zwischen Bürgerschaft und Bischof Franz von Waldeck legalisiert. Der ursprünglich lutherisch predigende Theologe Rothmann übernahm zunehmend die Lehren der Wiedertäufer. Die Partei der Wiedertäufer gewann schließlich die Ratsmehrheit, plünderte Klöster, Kirchen und Archive, schaffte Privateigentum und Einehe ab und sorgte für Zugang von allerhand Gesindel, was zahlreiche einheimische Bürger zum Verlassen der Stadt bewog. Bischof Franz von Waldeck konnte die Stadt zunächst militärisch nicht einnehmen. Erst nach Straßenkämpfen wurde Münster am 24. Juni 1535 erobert. Die Anführer der Wiedertäuferbewegung wurden nach gescheiterten Bekehrungsversuchen am 26. Januar 1536 auf dem Marktplatz der Stadt grausam hingerichtet. Ihre Leichen wurden in eisernen Körben am Turm der Lambertikirche aufgehangen.

Die Privatpostanstalt Schwerte

Am 1.11.1887 rief Wilhelm Neuber auf Grund einer Wette die "Privatpostanstalt" für die damals 6000 Einwohner Schwertes ins Leben. Bis 30. September 2009 ist eine Auswahle seiner Briefmarken in der aktuellen Vitrine des Museums zu sehen.

Der Krieg von 1866

Bilder, Schwerter Briefmarken, 1, 2 und 3 Pfennige

Der Krieg Preußens gegen Österreich brachte für das Postwesen in den deutschen Staaten grundlegende Änderungen. Preußen übernahm auch die Posthoheit der Fürsten von Thurn und Taxis, die seit 1615 die Kaiserliche Reichspost als Lehen betrieben. Dabei erhielten die Fürsten eine Entschädigung von 3 Millionen Reichsthalern - nicht nur für die Posthoheit, sondern auch für den umfangreichen Grundbesitz, der dem Postbetrieb diente.

In den deutschen Staaten galten unterschiedliche Bestimmungen für das Postwesen, die ein einheitliches Postgesetz erforderlich machte. Einen Kompromiss erreichte man mit dem Postgesetz von 2. November 1867. Im § 1 wurde festgehalten:

Die Beförderung

1) aller versiegelten, zugenähten oder sonst verschlossenen Briefe,

2) ...gegen Bezahlung von einem Ort mit einer Postanstalt nach anderen Orten mit einer Postanstalt des In- oder Auslandes auf andere Weise, als durch die Post, ist verboten.

Erlaubt war damit die Beförderung aller Sendungen innerhalb der Orte, die damals gerade aufkommenden Postkarten unterlagen genauso wie unverschlossene Sendungen nicht dem Postmonopol und durften auch von einem Ort zu einem anderen befördert werden

Auf Grund einer Wette

Bilder, Schwerter Briefmarken, 5 und 10 Pfennige

Nach dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71 und der Gründung des Deutschen Reiches im Mai 1871 wurde das Postgesetz von 1867 revidiert und am 28. Oktober 1871 verabschiedet. Es entsprach im wesentlichen dem Gesetz von 1867. Eine regelrechte Gründungswelle von Privatpostanstalten setzte sich aber erst in der Mitte der 1880 Jahre ein. In diese Zeit gehört die Privatpostanstalt von Wilhelm Neuber in Schwerte.

An seinem Hause in der Bahnhofstrasse 21 brachte er einen Postkasten an, der zweimal täglich geleert wurde. Zweimal täglich erfolgte auch die Postverteilung durch seine Hausmagd, jeweils 8-9 Uhr und 15-16 Uhr. Bis zur Schließung am 1.6.1888 brachte er auch die entsprechenden "Privatpostmarken" heraus, welche bei der Druckerei Braus gedruckt wurden.

Das Ende der Privatpostanstalt Schwerte

Bild, Schwerter Briefmarke, 20 Pfennig

Weniger als ein Jahr später schloss Neuber seine Privatpostanstalt am 1.6.1888. Doch das Sammeln von Privatpostwertzeichen war damals wie heute ein weit verbreitetes Hobby, denn in 66 anderen deutschen Städten waren ähnliche Postanstalten gegründet worden. So fanden die Briefmarken des "Postmeisters" weiterhin reißenden Absatz.

 

75 Jahre Ruhrtalmuseum, ein Ort der Erinnerung

Das viel beachtete Festrede zum Jubiläum des Ruhrtalmuseums von Prof. Dr. Wilfried Reininghaus im Oktober 2008 ist nun in einer erweiterten Druckfassung erschienen. Mit dem Titel "75 Jahre Ruhrtalmuseum, Ein Ort der Erinnerung" werden auf über 40 Seiten die Geschichte des Ruhrtalmuseums und seines Gründers, Josef Spiegel, nach gezeichnet. Das Heft enthält zahlreiche Abbildungen, von denen einige, die aus dem Nachlass Josef Spiegel stammen, zum ersten Mal veröffentlicht werden. Prof. Dr. Reininghaus erläutert in seinen Ausführungen die Hintergründe der späten Museumsgründung 1933 und das Werdegang des Museums und seines Leiters durch die nationalsozialistischen Zeit und die Nachkriegszeit bis 1977. Das Heft ist in einer Auflagenhöhe von 200 erschienen und erhältlich im Museum während der üblichen Öffnungszeiten (Di.-So. 11-17 Uhr) für 4,- Euro.

The World Of Autographs

Jean-PaulBelmondo

Lothar A. Baltrusch stellt aus.

Ausstellung vom 12. Juni bis 5. Juli in der Halle des Ruhrtalmuseums

Prominente, bekannte Gesichter aus vielen Jahren, die uns alle im Fernsehen, im Radio oder in der Zeitung begleitet haben und es aktuell noch tun, sind sein Steckenpferd. Seit den 70-er Jahren (sein erstes Autogramm war von Michael Holm) sammelt, ordnet, pflegt, tauscht und (selten) verkauft Baltrusch die mittlerweile wertvollen Schriftzüge der Künstler, egal ob sogenannter A- oder B-Promi.

Lassie

Unterschriften sagen viel über den Menschen aus, den Charakter, Zuverlässigkeit, Lebensfreude, eben die eigenhändig geschriebene Linie der Person.

Egal ob der erste Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer, Sir Peter Ustinov, Papst Johannes Paul II, der erste Mann auf dem Mond Neil Armstrong, Marlon Brando, Elvis Presley, Pink, die jüngste Überlebende der Titanic Millvina Dean, Karl Lagerfeld, Marilyn Monroe (für 2 Euro auf dem Flohmarkt erstanden!!!), alle werden erstmals in seiner Wahlheimatstadt Schwerte in der Ausstellung "The World Of Autographs" im Schwerter Ruhrtalmuseum zu sehen sein. Bis zum 05.07.2009 gibt es rund 120 Exponate aus der mittlerweile 3.500 Unterschriften großen Privatsammlung. Und die Geschichten hinter jeder einzelnen Signatur wird Lothar A Baltrusch mindestens 1 x in der Woche Interessierten erzählen. Zum Beispiel bekam er "Post aus dem Jenseits". Wochen nach dem Tod von Starfotograf Helmut Newton in LA, kam Post aus Monaco - über seine Privatadresse!

"Schvverticals" - Panorama-Fotografie

Plakat der Ausstellung

Eine Ausstellung von Peter Schaefer vom 8. Mai bis 7. Juni in der Halle des Ruhrtalmuseums

Seit einigen Jahren befasst er sich mit der Panorama-Fotografie, hier besonders mit den jahreszeitlich unterschiedlichen Stimmungen an der Ruhr. Ein besonderes Ereignis war hier sicherlich das Ruhrhochwasser 2007, das auf einigen Panoramen zu sehen ist. Aber auch Morgennebel oder der strenge Winter dieses Jahres zaubern faszinierende Stimmungen oder bizarre Strukturen.

Panorama: Morgennebel

Die horizontalen Panoramen sind sicher für das Empfinden von Weite dem menschlichen Sehen sehr nahe. Aber auch die vertikalen Panoramen erzeugen einen ganz besonderen Reiz. Durch den extremen Blickwinkel ist sowohl der Nahbereich direkt vor den Füßen des Fotografen als auch der Horizont und sich türmende Wolkenformationen auf einem Bild zu sehen. Auch oder gerade im Macrobereich sind wunderbare Motive zu finden, wie die kleinformatigen Fotos zeigen, einige davon entstanden am Elsebach.

Panorama: Hochwasser im Ruhrtal bei Schwerte

Ein für ihn noch relativ neues Medium ist die Stereo-Fotografie. Einige wenige Beispiele sind hier zu sehen. Um den Stereoeffekt erleben zu können, muss eine der ausgelegten Rot-Cyan-Stereobrillen benutzt werden. Auf den Stereo-Fotos ist der Stereoeffekt schon sehr gut zu sehen, ist allerdings etwas lichtabhängig. Brillanter sind Farben und Effekt am Monitor oder als Projektion.

Eine Falschmünzerwerkstatt im Hönnetal

Falschmünzen aus den Hönnetal
Funde aus dem Hönnetal

1925 und 1926 unternahm der Geologe Dr. Julius Andree, Münster, in einer Anzahl von Höhlen des Hönnetals Grabungen, u.a. untersuchte auch die sog. Honert-Höhle (Märkischer Kreis). Diese nach ihrem Besitzer genannte Höhle lag laut Beschreibung des Ausgräbers 800m von der Hönnestraße entfernt versteckt in einem Kalksteinfelsen des südlichen Ufers des Grübecker Tals. Andree setzte insgesamt 4 Grabungen in der aus 3 Kammern bestehenden Höhle an. In der hintersten Kammer der Höhle entdeckte Andree die Reste einer steinzeitlichen Bestattung sowie Keramikscherben der Eisenzeit aber auch eine Anzahl von kleinen ovalen Plättchen aus Kupfer und Kupferbleche mit ovalen Löchern. Als unter diesen Fundstücken auch 4 Dreipfennigstücke der Stadt Hamm (geprägt 1736 und 1737) und ein Dreipfennigstück der Stadt Soest (1740) zum Vorschein kam, lag der Verdacht nahe, dass er die Reste einer Falschmünzerwerkstatt gefunden hat. Die gefundenen Kupfermünzen von Hamm und Soest sind aber nicht als die eigentlichen Fälschungen zu betrachten. Die Qualität der Stempel, mit denen die Stücke hergestellt worden sind, kann bestenfalls als durchschnittlich beschrieben werden. Dennoch entspricht die Qualität der Leistung der damaligen Stempelmacher in Hamm und Soest. Wahrscheinlich haben die in der Honert-Höhle gefundenen Kupfermünzen als Vorlage für die Fälschungen gedient.

Eine Falschmünzerwerkstatt in "Hohlen Stein" bei Kallenhardt

Im Spätsommer 1933 setzte Andree in Zusammenarbeit mit dem Volksschulrektor, Eberhard Henneböle, mit einer dritten Ausgrabung seine Erforschung der Höhle "Hohler Stein", bei Kallenhardt (Rüthen) fort. Am Westeingang der Höhle entdeckten sie unter einer Geröllschicht auf einem Stein die Reste einer Falschmünzerwerkstatt. Zu den aufgedeckten Funden gehörte eine Anzahl eckig zugeschnittene 25x25 mm große und ca 1 mm dicke Kupferbleche, sowie bereits rund ausgeschnittene Stücke und beim ausschneiden der Stücke entstandener Abfall. Einige Kupferbleche waren beiderseits geprägt und stellten sich als Fälschung von kupfernen Sechspfennigstücken der Stadt Werl aus dem ersten Viertel des 17. Jhs. aus. Die Fälschungen machen ein wenig überzeugenden Eindruck: Sowohl das Schlagen als auch das Schneiden der gefundenen Kupferbleche zeugen von wenig Sorgfalt. Vielleicht war es aus diesem Grund, dass sie nicht weiter bearbeitet und in der Höhle als Abfall hinterlassen wurden.

Funde aus dem Hohler Stein
Funde aus dem Hohler Stein

Das Mittelalter fängt Montags an.

10 Jahre Historisches Spiel in Schwerte

Plakat der Ausstellung "Das Mittelalter fängt Montags an."

Wir denken uns das Jahr 1997...

Auf der Wiese des Bauern Niederschulte in Schwerte-Lichtendorf findet anlässlich des 600jährigen Stadtjubiläums das erste Historische Spiel statt. Von der Steinzeit bis in das Barock führten seitdem 17 weitere Spiele, die aus dem Leben der Schwerte Stadtgeschichte schöpften.

Seit der "Teufel im Elsebach" 1999 sein Unwesen trieb, hat sich das Spieldorf "Argeste" von der Bretterbudensiedlung zu einem schmucken Städtchen mit Marktplatz entwickelt. Mehr als 1000 Jahre sind Stück für Stück in diesem Jahrzehnt für Hunderte von Kindern lebendig geworden.

Die Ausstellung von 9. bis 28. November zeigt die Geschichte der Historischen Spiele und gibt einen Einblick in innere Zusammenhänge eines historischen Spiels, die sich an Objekten und Inszenierungen abbilden.

Alle, die an einem Historischen Spiel teilgenommen haben und alle, die davon gehört, es aber noch nie erlebt haben und alle Interessierte sind herzlich eingeladen, sich in der Welt des Historischen Spiels zu bewegen.

Schwerte und der Siebenjährige Krieg (1756 bis 1763)

Eine Ausstellung von 22. Sept. bis 28. Okt. 2007 in der Halle des Museums

Bettelendes Soldatenweib. Daniel Chodowiecki, 1763
Bettelendes Soldatenweib. Daniel Chodowiecki, 1763

Als am 29. August 1756 Preußische Truppen in Sachsen einmarschieren wird der Siebenjährige Krieg eingeleitet. Da Schwerte zu den militärpflichtigen Städten der Grafschaft Mark gehörte, werden für das preußische Heer auch Rekruten aus Schwerte für das 9. Infanterieregiment in Hamm, das 45. Infanterieregiment in Wesel und das 48 Füsilier-Regiment Hessen-Kassel eingezogen.

Noch Jahrzehnte nach Beendigung des Siebenjährigen Krieges hatte Schwerte mit den Folgen zu kämpfen. Die Lasten des Kriegs waren erdrückend. Die hohen Kontributionen der Franzosen und die von der preußischen Verwaltung gleichzeitig während des Krieges erhobene Kriegssteuer blieb der Stadt auch nach dem Krieg schuldig. Die Schwerter Akzisekasse war noch 1766 unter französischer Aufsicht. 1758 zu Beginn des Kriegs zählte Schwerte 1161 Einwohner, 1763 am Ende nur noch 1082. Schwerte und ihre Bürgerschaft waren am Ende des Kriegs ausgezehrt.