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Das Ruhrtalmuseum

Kultur- und Weiterbildungsbetrieb

- KuWeBe -

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Johannes Gödde

Bild: Johannes Gödde
Johannes Gödde

1555-1632

Einen bedeutenden Wissenschaftler brachte die Stadt Schwerte im 16. Jahrhundert mit Johannes Gödde hervor. Er wurde am 8. Dezember 1555 als Bürgermeistersohn in Schwerte geboren.

Da seine Eltern sehr wohlhabend waren, wurde ihm das Studium ermöglicht. Gödde studierte in Marburg Rechtswissenschaften, promovierte 1585 und erhielt 1593 eine Professur. Da er als Rechtsgelehrter eine rege Publikationstätigkeit entfaltete, fand er in Strieders "Hessische Gelehrtengeschichte" starke Beachtung. Allein die Liste seiner Veröffentlichungen umfaßt hier neun Seiten.

Johannes Gödde verstarb 1632 in Marburg. Das Foto (Ausschnitt) eines Ölgemäldes stellt Professor Gödde im Jahre 1631 dar. Vermutlich schmeichelt das Gemälde ein wenig, denn Gödde stand damals schon im 76. Lebensjahr.

Hermann Fley-Stangefoll

Bild: Hermann Fley-Stangefoll
Hermann Fley-Stangefoll

1575-1655

Hermann Fley-Stangefoll stammte aus einer berühmten Gelehrtenfamilie. Diese Familie zählte zu den führenden Patriziergeschlechtern in Schwerte und stellte seit dem Hochmittelalter zahlreiche Geistliche für die Pfarrei St. Viktor. Über die Schwerter Pfarrer bestanden seit eh enge Verbindungen nach Köln. So studierten alle Fley-Stangefolls an der Universität zu Köln.

Schon Hermann Fley, vermutlich ein Großonkel des Hermann Fley-Stangefoll, war 1572 bis 1586 Leiter des Montan-Gymnasiums zu Köln, und Hermann Fley-Stangefoll, der vermutlich seit 1595 dort studierte, übte neben zahlreichen anderen Ämtern in der Kirchenhierarchie 20 Jahre lang die Leitung und eine Professur an diesem Gymnasium aus.

Sein Lebenswerk, das ihn noch weit über den Tod hinaus bekannt machte, waren die 1640 herausgegebenen Annales Circuli Westphalici - eine westfälische Geschichte von den Anfängen der Christianisierung Westfalens bis zur Gegenwart. Dieses in fünf Bänden zum Teil in lateinischer Sprache herausgegebene Werk enthält zahlreiche wertvolle Hinweise auf Riten aus der frühchristlichen Zeit, geographische Beschreibungen und genealogische Hinweise. So wurde das Werk 100 Jahre später von dem protestantischen Historiker von Steinen in dessen "Westfälische Geschichte" noch viel zitiert, andererseits jedoch verrissen:

"Wenn der Inhalt des Buches mit der Aufschrift (hier-Titel) übereinstimmte, so könnte man sich sehr vieles davon versprechen, aber es fehlet daran bei weitem."

Es war jedoch nicht die Absicht von Hermann Fley-Stangefoll, lückenlose Geschichtsschreibung zu betreiben. Er wollte aus der Sicht der katholischen Kirche gegen die Reformation Geschichte beschreiben. Seine Westfälische Geschichte läßt bewußt entscheidende Ereignisse der Reformation fort und stellt den rechten katholischen Glauben - in den Mittelpunkt. Die Arbeit stand im Dienst der damals intensiv betriebenen Gegenreformation.

Die Familie Fley-Stangefoll war auch in Schwerte wegen ihrer streng katholischen Haltung bekannt. So wurde Hermann Fley-Stangefoll im 17. Jahrhundert als Vikar des St. Annen-Altars der St. Viktor-Kirche zu Schwerte geführt. Vermutlich ist es der Konsequenz dieser Familie zu verdanken, daß schon zur Mitte des 17. Jahrhunderts wieder eine katholische Gemeinde in Schwerte bestand.

Johann Christoph Friedrich Bährens

Bild: Johann C. F. Bährens
Johann C. F. Bährens

1765-1833

Pastor Bährens kam 1789 nach Schwerte und rückte in eine der drei Pfarrstellen zu st. Viktor ein. Der 1765 in Meinerzhagen geborene Pastorensohn war bis 1803 mit der Erziehung der Schüler im hiesigen Progymnasium betraut. Bährens unterrichtete mit großer Freude - zumal er als hochgebildeter Mann in allen Wissenschaften bewandert war. Er lehrte u.a. Griechisch, Latein, Hebräisch, Französisch, Geschichte, Philosophie, Theologie, Mathematik, Physik, Chemie, Rhetorik und Pädagogik.

Seit 1803 arbeitete er eng mit den damaligen Bürgermeistern zusammen. U.a. setzte er 1818 die Einrichtung eines Arbeitsdienstes für alle Bürger in Schwerte durch. Ziel dieser Aktion war die Beschaffung von Arbeitskräften für die Bepflasterung der Straßen der Stadt. Nach vier Jahren war Schwerte durch die von Bährens und Mitsdörffer ins Leben gerufene Selbsthilfe eine saubere Ackerbürgerstadt geworden.

Als "Kämpfer für die Volkgesundheit" machte sich Bährens schon 1802 einen Namen. Damals impfte er in Schwerte und Umgebung alle Bürger gegen die Pocken. Wie weit Bährens damit seiner Zeit vorausgeeilt war, ist daran zu erkennen, daß der preußische Staat 1837 die erste Impfaktion durchführte.

1822 wurde auf sein Betreiben der neue Friedhof (heute Stadtpark) eröffnet. Dieses Ereignis hat seine eigene Tragik, da Bährens damals schon seine Frau und seine jüngste Tochter verloren hatte. Die Gebeine seiner Frau (gestorben 1810) ruhen auf dem alten Kirchhof an der St. Viktor-Kirche. Die längst verwüstete Grabstätte ist heute an dem stark verwitterten Grabstein zu erkennen. Es handelt sich um eine etwa 1,60 Meter hohe Säule aus Ruhrsandstein, die mit einem bemerkenswerten Relief versehen ist. Es stellt eine Rose dar, die durch den Sinnspruch "So war sie" erläutert wird. Demnach muß Christine Elisabeth Charlotte Bährens zwar so schön wie eine Rose, offenbar aber auch "stachelig" gewesen sein...

Die zahlreichen Verdienste und Eigenschaften des Doktors der Medizin und Philosophie, des badischen Hofrats und Trägers des Roten Adlerordens zu würdigen, bedürfte ausschweifender Erklärungen. Gewürdigt wird dieser für Schwertes Entwicklung im 19. Jahrhundert wichtige Mann heute noch durch eine Gedenktafel an dem Haus an der Kötterbachstraße und nicht zuletzt durch die Patenschaft für eines der beiden Schwerter Gymnasien.

Pfarrer Karl Niepmann

Bild: Pfarrer Karl Niepmann
Pfarrer Karl Niepmann

1802-1882

Pfarrer Karl Niepmann, am 17. Mai 1802 in Barmen geboren, 1827 Pastor der reformierten Gemeinde Schwerte. Er folgte Bährens als Schwerter Chronist, jedoch setzte er dieses Amt nicht über 1840 hinaus fort. Am 26. April 1877 feierte er sein 50jähriges Amtsjubiläum. 1879 wurde er Ehrenbürger der Stadt Schwerte. Er starb am 24. Dezember 1882. Er veröffentlichte Predigte sowie 1861 ein Buch über "Die Kindererweckung zu Elberfeld aus dem Jahre 1816".

 

 

Franz Leopold Heinrich Engelbert Schütte

Bild: Leopold Schütte
Leopold Schütte

1804-1883

Leopold Schütte, geb. am 13. November 1804 in Bausenhagen, gestorben am 19. November 1883 in Schwerte. Wie die Pfarrer Bährens, Niepmann und nach ihm Ohlig machte sich auch Leopold Schütte um die lokale Geschichtsschreibung verdient. 1874 veröffentlichte er die erste Kirchengeschichte der Stadt Schwerte. Anläßlich seines 50jährigen Amtsjubiläums wurde ihm - gemeinsam mit seinem reformierten Amtsbruder Niepmann - die Ehrenbürgerschaft der Stadt Schwerte verliehen. Leopold Schütte war 1829 in die dritte Pfarrstelle der lutherischen Gemeinde gewählt worden. Von 1849 bis 1879 war er in dieser Gemeinde erster Pfarrer.

Engelbert Eduard Mitsdörffer

1816-1858

Engelbert Eduard Mitsdörffer, Sohn des Schwerter Bürgermeisters Engelbert Ernst Mitsdörffer, 1849 bis 1858 Bürgermeister in Schwerte, geboren am 16. Januar 1816, gestorben an Lungentuberkulose am 6. Dezember 1858.

Engelbert Eduard Mitsdörffer trat 1849 an der Spitze der Bürgerschaft mutig für die Verfassungsbewegung in Deutschland ein. 1853 wurde auf sein Betreiben die Sparkasse zu Schwerte und Westhofen gegründet. Der erste Rendant der Kasse war der Lehrer Weißgerber - wie Mitsdörffer ein "48er".

Dr. Bährens und Engelbert Ernst Mitsdörffer (1789 bis 1864) hatten seit dem Amtsantritt Mitsdörffers als Bürgermeister im Jahre 1812 eng zusammengearbeitet. Straßen wurden gebaut, das Gesundheitswesen verbessert, das Armenhilfswesen neu organisiert, das Stadtarchiv gesichtet. Sohn Engelbert Eduard ließ sich durch dieses Wirken für seine Amtszeit wesentlich anregen.

Theodor Fleitmann

Bild: Theodor Fleitmann
Theodor Fleitmann

1828-1904

Zu Schwerte in der Ostenstraße 18 steht heute noch sein Elternhaus. Hier wurde Theodor Fleitmann am 20. Juni 1828 geboren. Nach dem Besuch der Provinzialgewerbeschule in Hagen studierte er seit 1845 an der Universität Gießen Chemie und promovierte 1850 zum Dr. phil. nat. Einer seiner Lehrer war der berühmte Justus von Liebig.

Zu Beginn der 1850er Jahre hatte Theodor Fleitmann die Leitung der Iserlohner Nickelhütte (vormals Herber) angenommen. Nach kurzer Zeit schon war er als Teilhaber in das Unternehmen eingetreten und übernahm später - mit dem jungen Iserlohner Kaufmann Heinrich Witte - den Betrieb unter dem Firmennamen Fleitmann & Witte. 1869 erwarb Th. Fleitmann Grundstücke am Bahnhof in Schwerte.

Noch im gleichen Jahr wurde hier der Grundstein für die Schwerter Nickelfabrik gelegt. 1870 wurde die erste Schmelzhütte mit einem Poch- und Stampfwerk, einer Mühle sowie 3 Rost- und 4 Kuppelöfen angelegt. Fleitmann testete hier neuartige Nickellegierungen. Schon 1871 erhielt er den Auftrag, die Rohlinge der ersten deutschen Nickelmünzen zu fertigen. Das Nickelkleingeld war bald schon als "Fleitmännchen" ein Begriff.

1875 war die Belegschaft auf 125 Arbeiter angewachsen. Eine bahnbrechende Erfindung, die Theodor Fleitmann 1877 gelungen war, wurde zum Ausgangspunkt für die Entwicklung der Nickelindustrie in der gesamten Welt. Bis zu diesem Zeitpunkt war es nicht möglich gewesen, das allen mechanischen Verformungen sich widersetzende Nickel duktil und schweißbar zu machen. Durch die Fleitmannsche Erfindung konnte Nickel nun sowohl kalt als auch heiß verformt und verarbeitet werden.

Ein Jahr nach der Erfindung waren bereits die ersten nickelplattierten Flußstahlbleche auf dem Markt. Damit beherrschten die Fleitmannschen Werke neben dem sächsischen Nickel den gesamten Nickelmarkt.

1901 gab Theodor Fleitmann die Leitung seines auf über 1.000 Beschäftigte angewachsenen Werkes ab. Er wollte sich nur noch der persönlichen Bildung - insbesondere dem Studium des klassischen Altertums zuwenden. 25.10.1904 starb er an den Folgen eines Schlaganfalls.


Bild: Bgm. Friedrich Mönnich und seine Frau Ottilie
Bgm. Friedrich Mönnich und seine Frau Ottilie

Friedrich Mönnich

1832-1901

Bürgermeister in Schwerte 1867-1898. Er hatte großen Anteil an die Modenisierung Schwertes. Für das große Ansehen, das Mönnich in Schwerte gewann, spricht, das man ihn 1890 zu Bürgermeister auf Lebenszeit wählte. Wegen der bismarkischen Schulpolitik hatte er mit den hiesigen Katholiken manche Auseinandersetzung auszufechten.

 

Wilhelm Dieckerhoff

Bild: Wilhelm Dieckerhoff
Wilhelm Dieckerhoff

1835-1903

Friedrich Heinrich Julius Wilhelm Dieckerhoff wurde am 18. Oktober 1835 in Lichtendorf bei Schwerte geboren. Er besuchte die Schule in Schwerte und studierte anschliessend an der Tierarzneischule in Berlin. Seit 1870 war er Lehrer an der Tierarzneischule und von 1892 bis 1895 sowie 1898 bis 1900 war er Rektor der Institution.

Dieckerhoff wurde während seiner Zeit in Berlin einer der bekanntesten und brerühmtesten Tierärzte.  Eine bronzene Porträtbüste von Dieckerhoff schuf 1906 Prof. Ernst Herter. Sie steht im Innenhof der Tierarzneischule auf einer 1,50 m hohen Granitstele, in die ein Äskulapstab eingraviert ist. Er starb in Berlin am 13. Dezember 1903.

Zu seinen Veröffentlichungen gehören:

  • Lehrbuch der speciellen Pathologie und Therapie für Thierarzte, nach klinischen erfahrungen bearbeitet von W. Dieckerhoff, Berlin, Verlag von August Hirschwald, 1892.
  • Geschichte der Rinderpest und ihrer Literatur: Beitrag zur Geschichte der vergleichenden Pathologie; Festgabe der Königlich Thierärztlichen Hochschule zu Berlin amTage ihrer Hundertjahrfeier, 31.7.1890

Pfarrer Lorenz Schnurbus

Bild: Pfarrer Lorenz Schnurbus
Pfarrer Lorenz Schnurbus

1865-1935

Am 23. November 1865 wurde Lorenz Schnurbus in Titmaringhausen im Sauerland geboren.

Sein Werdegang:

  • Gymnasium und Abitur in Brilon,
  • Theologiestudium in Paderborn, Münster und München,
  • Mitglied der studentischen Verbindungen, Saxonia und Aenania,
  • Einjährig Freiwilliger im bayrischen Leibregiment in München,
  • Priesterweihe 1891, Sieben Jahre Kaplan in Hörde

Am 13. September 1898 bekam er seine Berufung zum Pfarrer in Schwerte als Nachfolger von Pfarrer Hennecke. Er war verantwortlich u.a. für:

  • 4. Dezember 1898 den Ankauf der Grundstücke für Kirche und Pfarrhaus an der Haselackstraße,
  • 1900 Bau des Pfarrhauses,
  • 13. November 1904 Weihe der neuen Kirche,
  • zwischen 1902 und 1929 sieben Erweiterungsbauten des Krankenhauses,
  • 1903 Bau der Kirche in Lichtendorf,
  • 1906 Bau des Pfarrhauses,
  • 1911 Erwerb der Kaplanei am Neumarkt,
  • 1921 Kauf des Vereinshauses, "Vatikan" an der Hüsingstraße,
  • 1926 Anschaffung einer neuen Orgel und Orgeltribüne,
  • 1929 neue Glocken für die im 1.Weltkrieg geopferten,
  • 1931 Bau der Kapelle in Westhofen, Erwerb von Grundstücken für Kirchenbauten in Geisecke und in Holzen.

Am 1. Juli 1933 wurde er wegen schwerer Krankheit pensioniert. Am 27. Juli des Jahres 1935 verkündeten die Glocken den Tod des Pfarrers. 45 Priester und über 50 000 Kinder, Frauen und Männer im Trauerzug und an den Straßenrändern gaben dem geachteten und beliebten Pfarrer von St. Marien das letzte Geleit zum Friedhof auf dem er als erster Priester unter dem großen Kreuz bestattet wurde.

Paul Feldhügel

Bild von Paul Feldhügel
Paul Feldhügel

1867 bis 1928

Als Oberlehrer am Gymnasium wirkte Paul Feldhügel, dessen Interessen weit über die Schule hinausreichten. Der gebürtige Magdeburger kam 1903 an das Schwerter Progymnasium. Die am 28. Februar 1906 eröffnete Volksbibliothek, die im Alten Rathaus unterkam, verdankt ihre Entstehung seiner Initiative. Schon 1890 hatte die Kreisbibliothek Hörde in Schwerte und Westhofen Zweigstellen eingerichtet. Nach Dortmunder Vorbild baute Feldhügel die gebührenfreie Volksbibliothek auf. 1911 erschien ein 120seitiger Katalog, der rund 2.500 Bände nachwies. Zwischen 1906 und 1911 vermerkte Feldhügel 37.609 Ausleihen. Er wirkte ehrenamtlich als Stadtarchivar und begann in dieser Eigenschaft, die Stadtgeschichte aufzuarbeiten, über die er seit 1905 meist sehr quellennah in der "Schwerter Zeitschrift" und im "Evangelischen Sonntagsblatt" berichtete. Der Wunsch, "eine umfassende Stadtgeschichte und ein Urkundenbuch der Stadt Schwerte" im Druck vorzulegen, blieb ihm versagt, weil er mit 61 Jahren früh starb.

Heinrich Maag

Bild: Heinrich Maag
Heinrich Maag

1868-1947

Heinrich Maag war neben Paul FeldhügeI, Norbert Kaufhold, Rektor Kraas und Museumsleiter Josef Spiegel einer der großen Lokalhistoriker in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Er räumte als erster Schwerte mit der Vorstellung auf, dass die Stadt schon 1242 erste Privilegien erhalten hatte. Mit seinen teilweise provokanten Theorien hat er der Stadtgeschichtsschreibung wesentliche Impulse gegeben.

 

Albert Knülle

Bild: Albert Knülle
Albert Knülle

26. März 1878 - 6. Februar 1961

Albert Knülle war der beliebteste Heimatdichter seinerzeit in Schwerte. Seine Dichtung strahlte Humor, Bodenständigkeit, Deftigkeit und Herzenswärme aus. An seinem Geburtshaus in der Mühlenstraße 22 ist eine Gedenktafel angebracht. Seine Gedichte erschienen häufig in der Schwerter Zeitung und waren oft spöttische Beobachtungen lokaler Geschehnisse.

 

Pfarrer Paul Ohlig

Bild: Pastor Paul Ohlig
Pastor Paul Ohlig

1881-1956

Pfarrer Paul Ohlig, geboren am 22. Juni 1881 in Barmen, gestorben am 18. Dezember 1956 in Schwerte. Paul Ohlig wurde 1908 als Synodalvikar in Radevormwald ordiniert. Er diente von 1909 bis 1911 als Hilfsprediger in Wermelskirchen und Barmen sowie als Gefängnisgeistlicher in Dortmund. Von 1911 bis 1946 wirkte er als Pfarrer in Schwerte. Während des I. Weltkrieges führte Paul Ohlig eine Chronik für seine Gemeinde, die 1922 als "Kriegschronik und Heldenbuch" der Nachwelt hinterlassen wurde. Weitere Veröffentlichungen - vorwiegend historischen Inhalts - folgten. Zwei Jahre vor seinem Tode veröffentlichte er das Gedenkbuch zur 400-Jahrfeier der Reformation in Schwerte. Auch ist ihm die Entdeckung des gotischen Freskos, der Kreuzigungsgruppe in der St.-Viktor-Kirche, zu verdanken.

 

Wilhelm Neuber

Bild von Wilhelm Neuber
Wilhelm Neuber

5. März 1857 - 18. Juli 1935

Der gebürtige Kölner entwickelte sich zum "Schwerter Original".Wilhelm Neuber war ein in Schwerte angesehener Kaufmann und Schützenbruder. 1887 schloß er mit einigen Bürgern eine Wette ab. Er würde noch im gleichen Jahr eine eigene Postanstalt in Schwerte eröffnen und Schwerter Briefmarken drucken lassen. Tatsächlich hatte das Reichsgesetz für das Postwesen eine Lücke. Danach war es nicht verboten, Privatpostanstalten für den Briefverkehr in Städten zu eröffnen.

Um die Wette nicht zu verlieren, begab sich Wilhelm Neuber zur Druckerei Braus in der Großen Marktstraße und ließ Bnefmarken wie auch Postkarten für die Schwerter Stadtpost drucken. Chef dieser Postanstalt war "Privatpostmeister Neuber". Die einzige Angestellte war seine Hausmagd. Sie mußte - soweit ein Brief zu befördern war - die Post austragen.

Nach zwei Jahren schon ließ niemand mehr in Schwerte seine Briefe innerhalb der Stadt durch die Neubersche Post befördern. Doch fanden die Briefmarken des "Postmeisters" reißenden Absatz. Das Sammeln von "Privatpostwertzeichen" war damals ein weit verbreitetes Hobby; denn in 66 anderen deutschen Städten waren ähnliche "Postanstalten" gegründet worden.

Wilhelm Neuber wohnte in der Bahnhofstraße. Hier lebte es sich recht angenehm, denn die Straße war damals noch mit Bäumen besetzt. Dennoch ärgerte sich Neuber über die fehlende Straßenbeleuchtung. Nun wurde im Herbst das von den Straßenbäumen fallende Laub zu kleinen Häufchen am Gehweg zusammengefegt. Diese "Häufchen" lagen wochenlang am Straßenrand, ohne daß sich ein Müllkutscher ihrer erbarmt hätte. Das war selbst dem guten Wilhelm Neuber zu viel. Er kaufte ein paar Dutzend Kerzen, steckte jedem Laubhaufen ein Kerzlein auf und inszenierte so die "erste Straßenbeleuchtung in Schwerte". Was heute eine Ordnungswidrigkeit - ja eine Brandstiftung - wäre, rief damals nur schallendes Gelächter hervor.

Hermann Neubauer

Hermann Neubauer

1885-1944

Schwertes "letzter Postillon" Hermann Neubauer, geb. 30.10.1885 in Ippenhausen, gest. 3.1.1944 in Kassel. Hermann Neubauer lenkte am 30. September 1910 die letzte Postkutsche von Schwerte nach Iserlohn. Vom 1912 bis 1914 war er am Postamt in Qindao (Tsingtau) in China beschaftigt und anschließend bis 1919 im Inneren Chinas. Ab 1919 fand er wieder Beschäftigung in Deutschland am Postamt in Kassel.

 

 

Karl Gerharts

Bild von Karl Gerharts um 1930
Karl Gerharts

1892-1945

hatte Karl Gerharts in der Schwerter Stadtverordnetenversammlung das Amt des Vorstehers inne. Er engagierte sich gewerkschaftlichKarl Gerharts wurde am 9. August 1892 in Schwerte geboren.Von 1925-33 war er Vorsitzender der Filiale Schwerte der sozialdemokratischen Partei Deutschlands und gleichzeitig Vorsitzender des Distriktes. Er war Mitglied des damaligen Kreistagesim Landkreis Hörde undnach dessen Auflösung 1929 Abgeordneter des Kreistages Iserlohn und Mitglied des Kreisausschusses. Seine kommunalpolitische Tätigkeit als Stadtverordneter in Schwerte reichte von 1924 bis 1933. Er engagierte sich auch gewerkschaftlich und war bis 1933 Betriebsratsmitglied bei den Vereinigten Deutschen Nickelwerken.

Am 22.8.1944 wurde er mit mehreren Leidensgenossen auf einen Lastwagen"verladen" und nach Hohenlimburg-Rehgebracht. Während die meisten der 209 Inhaftierten im September wieder entlassen wurden, brachte man 19 von ihnen zurberüchtigten Dortmunder Steinwache. Von hier führte der Weg nach Sachsenhausen, Dachau, Bergen-Belsen und inandere berüchtigte Konzentrationslager.

Für Karl Gerharts wurde ein dunkler Barackenraum in Eckernförde im dortigen Konzentrationslager zurletzten Station seines Lebens. Er starb dort an Auszehrung und Krankheit infolge der unmenschlichen Haftbedingungen. Wenige Stunden nach seinem Tod wurde sein Leichnam verbrannt.

Das Andenken dieses aufrechten Mannes wird lebendig gehalten in seiner Heimatstadt Schwerte durch einen Gedenkstein auf dem Waldfriedhof und die ihm gewidmete Straße.

Friedrich Kayser

Bild von Friedrich Kayser
Friedrich Kayser

1894-1945

Friedrich Kayser, am 5. März in Iserlohn geboren, war der erste Lehrer in Schwerte, der im Bereich der Sonderpädagogik (früher Hilfsschule) tätig war.

Wegen seiner pazifistischen Einstellung mußte er 1934 den Dienst quittieren. Noch im gIeichen Jahr am 2. Juni verlor er durch tragische Umstände seine Frau Ida und seine zwei Töchter, Ingeborg und Mathilde.

Friedrich Kayser kam am 13. März 1945 bei einem Bombenangriff in Dortmund ums Leben.

Pastor Heinrich Kleinemeyer

Bild: Pastor Heinrich Kleinemeyer
Pastor Heinrich Kleinemeyer

1898-1948

Pastor Heinrich Kleinemeyer, geb. 10. Juni 1898 in Spradow, 1927 Hilfsprediger auf dem Höchsten (Errichtung der Kirche), seit 1929 Pfarrer in Schwerte, verstorben am 21. Juni 1948 in Schwerte.

An Pastor Kleinemeyer erinnert heute noch die Ruhrbrücke, die auf sein Betreiben schon im ersten Jahre nach dem Kriege wiederhergestellt wurde. Kleinemeyer, damals kommissarischer Bürgermeister der Stadt Schwerte, hatte die britischen Besatzungsbehörden dazu bewegen können, das für den Brückenbau erforderliche Material aus Beständen für den Bunkerbau zu beschaffen. Am 13. Juni 1946 wurde die "Kleinemeyer Friedensbrücke" eingeweiht.

Wie sich einst Pastor Bährens als Kritiker der napoleonischen Fremdherrschaft (1806 bis 1815) bekannt hatte, war Pastor Heinrich Kleinemeyer ein Gegner der Nationalsozialisten gewesen. Nach Kriegsende ernannten ihn die britischen Besatzungsbehörden zum kommissarischen Bürgermeister von Schwerte.

Kleinemeyer führte den von den Briten am 19. Dezember 1945 ernannten Rat der Stadt bis zur ersten freien Ratswahl nach dem Kriege (August 1946) an. Wegen seiner Lauterkeit und Tatkraft war er bei der Bevölkerung beliebt. Pastor Kleinemeyer räumte insbesondere die Hindernisse aus dem Wege, die sich der Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und Heizstoffen nach Kriegsende entgegenstellten.

Josef Spiegel

Bild: Josef Spiegel
Josef Spiegel

1901-1984

Josef Spiegel begründete 1933 mit Hilfe des damaligen Bürgermeisters Dr. Guttmann und des Heimatvereins Schwerte das Ruhrtalmuseum im historischen Rathaus an der Brückstraße. Neben seiner über die Grenzen Schwertes hinaus anerkannten Tätigkeit als Sammler und Autor von Beiträgen zur Archäologie und Numismatik wirkte er in der Tradition von Dr. Bährens und Prof. Feldhügel als Sachwalter des Stadtarchivs. Im Herbst 1977 gab er die Leitung des Museums und des Stadtarchivs in jüngere Hände. Von den zahlreichen Auszeichnungen Josef Spiegels seien nur die Verleihung des Ehrenringes der Stadt Schwerte und die Mitgliedschaft in der Altertumskommission für Westfalen sowie das Bundesverdienstkreuz am Band erwähnt.