"Und sie brachen auf, die Wege des Lebens zu finden"
vom 6.4. bis 11.4.2009 in der ersten Osterferienwoche. Historisches Spiel für Kinder ab 8 Jahren im Spieldorf Argeste.
Wir dachten uns das Jahr 792.
Seit siebzehn Jahren herrschte Ruhe im Land, denn mit dem großartigen Erfolg Karls des Großen durch die Eroberung der Sigiburg war der Widerstand der sächsischen Edelinge im südlichen Westfalen gebrochen. Viele von ihnen kamen bei den Kämpfen ums Leben. Manche von ihnen liefen zu den Franken über, ließen sich taufen und erhielten von dem König Land und Ämter im nunmehr fränkischen Sachsenland. Die wenigen, die zwar überlebten, aber die sächsische Ehre nicht aufgeben wollten, fristen nun ihr Dasein als Unfreie unter fränkischen Lehnsherren. Dieses Schicksal teilte auch die Familie Folkbraths, dem stolzen sächsischen Edeling, dem einst der Hof Argeste gehörte und der bei den Kämpfen verloren ging. Nun residierte dort ein herrischer, fränkischer Graf, der das ehemals sächsische Anwesen zu einer Curtis ausgebaut hat. Mit seinen Gefolgsleuten sorgte er dafür, dass in diesem Landstrich kein Sachse mehr sein Schwert gegen einen Franken erheben könnte.
Die harten fränkischen Gesetze und die Fronarbeit lasteten schwer auf den Sachsen. Wie sollten sie ihre Lage denn verändern können, fragten oft die jungen Männer und Frauen, wenn sie gemeinsam mit den Alten und Kindern bei ihrem kärglichen Mahl beisammen sassen. Aber auch die Alten hatten keine Lösung. Stattdessen begannen sie bei dieser Gelegenheit gerne, von der glorreichen Vergangenheit zu schwärmen, und sie liessen sich sogar dazu hinreißen, die Jungen als Schwächlinge zu beschimpfen. Aber ihre stolze, sächsische Herkunft und das Schicksal liessen sich nicht verleugnen. Schon sassen die Jungen seit geraumer Zeit zusammen und besprechen, wie sie das Los der Knechtschaft abschütteln könnten. Denn das liessen sie sich nicht vorwerfen, dass sie mutlos wären. Und war es nicht eher anders herum, dass die Alten nur noch mit dem Maul Kämpfe bestehen?












