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Das Ruhrtalmuseum

Kultur- und Weiterbildungsbetrieb

- KuWeBe -

Brückstraße 14

58239 Schwerte

Tel. 02304-104822

 

e-Mail

Öffnungszeiten

Di. bis So. 11 bis 17 Uhr

Mo. u. ges. Feiertage geschl.

 

Das Museum bleibt in der Zeit vom 05.Dez. 2015 bis 28.Feb. 2016

an den Wochenenden geschlossen.

Zwischen den Feiertagen 22.Dez. 2015 bis 03.Jan. 2016

hat das Museum durchgehend geschlossen.

Die Besiedlung ... erste Spuren im Gänsewinkel

Zeichnerische Rekonstruktion des steinzeitlichen Siedlungsplatzes "Gänsewinkel"
Zeichnerische Rekonstruktion des steinzeitlichen Siedlungsplatzes "Gänsewinkel"

Der Fundplatz Schwerte "Gänsewinkel" lag am nördlichen Ufer der Ruhr, die hier relativ steil in die Talaue abfällt. Die Lesefunde vom Gänsewinkel reichen zeitlich von der Mittelsteinzeit (um 5.000 v.Chr.) bis in die frühe Neuzeit. Vermutlich ließen sich die mittelsteinzeitlichen Jäger oberhalb der Talaue nieder und errichteten dort ihr Lager. Die sumpfigen Ruhrauen boten einen idealen Jagdplatz auf Wasservögel und für den Fischfang.

Von Dorf zu Stadt

Schwerter Denar vom Ende des 14.Jhs
Schwerter Denar vom Ende des 14.Jhs

Die im Jahre 962 erstmalige urkundliche Erwähnung Schwertes als "Suerte" befindet sich in den Urbarien der Abtei Werden. Im Jahre 1200 setzte Graf Arnold von Altena-Isenburg seiner Gemahlin Mechthild, die aus dem Hause Kleve stammte, neben den Höfen Mülheim und Styrum an der unteren Ruhr und Wambel bei Dortmund auch die curtis Schwerte zur Leibzucht aus. Durch einen Vertrag 1243 zwischen Dietrich von Limburg und Adolph 1. von der Mark fällt Schwerte "..duas curtes Brene et Swerte.." an die Grafschaft Mark. "Von Schwerte" nannte sich 1293 ein Ritter (miles) Sobbe (Zobbo de Svirte), der in der Zeugenreihe unter den honorabilibus viris auftrat, die den Grafen Eberhard von der Mark begleiteten. Die Sobbes zählten als Ministerialen zu jener ursprünglich unfreien, dann aber in den niederen Adel aufsteigenden Gruppe, die einen wichtigen Anteil an der Ausbildung der hochmittelalterlichen Landesherrschaft hatten. Um die Mitte des 14. Jhs zählte Engelbert Sobbe zu den engeren Beratern des Grafen Engelbert III., der Sobbe im Gegenzug weitgehende Rechte in Schwerte einräumte.Schwerte spielte in den Plänen der Grafen von Kleve-Mark also in den 1390er Jahren, die der Stadtrechtsverleihung 1397 vorausgingen, eine wichtige Rolle.

Das reiche Schwerte

Siegel der Stadt Schwerte von 1473
Siegel der Stadt Schwerte von 1473

Im 15. und 16. Jahrhundert ist die Stadt eine "Hauptstadt" der Grafschaft Mark und mittelbare Hansestadt - d.h. sie wurde auf den sog. Quatiertagen von Dortmund bzw. Unna vertreten. 1414 erreichte Schwerte die Gleichstellung mit Hamm, Unna, Kamen, Iserlohn und Lünen und war somit eine der sechs landtagsfähigen "Hauptstädte" der Grafschaft geworden. Im 16.Jh. erledigten die Schwerter Harnischmacher "Grossaufträge" von bis dahin unbekannten Ausmaßen. So verkaufte Hermann Pepper, ein Kaufmann aus Schwerte, im Jahre 1575 an den Herzog Julius von Braunschweig 1.000 Landsknechtharnische und erhielt dafür Waren im Gegenwertvon 8.750 Gulden. Darüber hinaus unterhielten Schwerter Hansekaufleute rege Beziehung zu den Städten des Ostseeraums. Die Stadt erlebte eine wirtschaftliche und kulturelle Blüte, auf die aber im 17.Jh. ein Niedergang folgte.

Der Niedergang

Zunftschild der Leinenweber von 1782
Zunftschild der Leinenweber von 1782

Im 17. Jh. erlebte die Stadt vier Kriege, drei Stadtbrände und zahllose Epidemien. Handel und Handwerk am Ort kamen zum Erliegen und Schwerte fiel unten den Städten der Grafschaft Markt vom fünften auf den zehnten Rang zurück. Schwerte war zu einer kleinen Ackerbürgerstadt abgesunken.

Das vorherrschende Handwerk am Ort war die Leinenweberei. Die im Jahre 1652 gebildete Zunft der Leinenweber hatte 68 Meister. Gewebt wurde vorwiegend in den Wintermonaten. Es wurden nur grobe Tuche hergestellt, deren Verkauf wenig Gewinn brachte.

Pastor Bährens

Bild: Johann Christoph Friedrich Bährens (1765-1833), Pfarrer, Ratsherr und Arzt in Schwerte.
Johann Christoph Friedrich Bährens (1765-1833), Pfarrer, Ratsherr und Arzt in Schwerte.

Pastor Bährens kam 1789 nach Schwerte. Er lehrte im hiesigen Progymnasium u.a. Griechisch, Latein, Hebräisch, Französisch, Geschichte, Philosophie, Theologie, Mathematik, Physik, Chemie, Rhetorik und Pädagogik. Als "Kämpfer für die Volkgesundheit" machte sich Bährens schon 1802 einen Namen. Damals impfte er in Schwerte und Umgebung alle Bürger gegen die Pocken. 1818 setzte er die Einrichtung eines Arbeitsdienstes für alle Bürger in Schwerte durch. Ziel dieser Aktion war die Beschaffung von Arbeitskräften für die Bepflasterung der Straßen der Stadt. Nach vier Jahren war Schwerte eine saubere Ackerbürgerstadt geworden. Bahrens hat sich um die Entwicklung der Stadt im frühen 19.Jh. große Verdienste erworben.

Industrialisierung

Bild: Theodor Fleitmann
Theodor Fleitmann

1867 erhielt Schwerte einen eigenen Bahnanschluss. Die Anfänge der industriellen Entwicklung der Stadt Schwerte sind eng mit der Deutsche Nickel AG verbunden. Schon seit 1872 finden Halbzeuge aus Nickellegierungen von Schwerte aus ihren Weg zu den Kunden in aller Welt. 1878 war es die bahnbrechende Erfindung des Unternehmensgründer der Deutsche Nickel AG, die noch heute als Grundlage für die gesamte nickelverarbeitende Industrie gilt: Theodor Fleitmann gelang es durch den Zusatz von Magnesium, Nickel im glühenden Zustand walz- und schmiedbar zu machen. Sein nächster Forschungserfolg war die Walzplattierung von Eisenblechen mit Nickel, Kupfer und deren Legierungen. Das war zu dieser Zeit einzigartig in der Welt und bildet bis heute die Grundlage moderner Plattierverfahren.