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Förderverein

Ruhrtalmuseum e.V.

c/o Das Ruhrtalmuseum

Kultur- und Weiterbildungsbetrieb

- KuWeBe -

Brückstraße 14

58239 Schwerte

Tel. 02304-104822

Fax 02304-104824

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Mitgliederversammlung 2010

Wiedergewählt: Vorsitzender Joseph Bender
Wiedergewählt: Vorsitzender Joseph Bender

"Der Förderverein des Ruhrtalmuseums muss nach Umbau und Renovierung des Museums die Chance zum "Aufbruch im Umbruch" nutzen!". Mit diesen Worten begrüßte der Vorsitzende des Fördervereins Ruhrtalmuseum, Joseph Bender, bei der Mitgliederversammlung am vergangenen Mittwoch in der verglasten Halle des Museums die fast 50 erschienenen Mitglieder.

Er führte weiter aus, das Ruhrtalmuseum sei ein lebendiges Stück Schwerter Kulturgeschichte, so dass der Ratsbeschluss, das Museum entgegen dem Rödl-Vorschlag nicht zu schließen, eine logische Konsequenz daraus sei. Die Museumshalle sei unzweifelhaft ein Mittelpunkt im kulturellen Leben unserer Stadt geworden. 

Montags in Museum

Heinz Hermann Horstendahl
Heinz Hermann Horstendahl

Dies machte er an der Reihe "Montags im Museum" deutlich und äußerte sich sehr zufrieden über die hohe Besucherzahl. Die gewählten Themen sind nicht nur für Freundinnen und Freunde des Museums mit historischem Interesse bedeutsam. In diesem Zusammenhang dankte er Heinz Hermann Horstendahl als "Mann der ersten Stunde" für seinen unermüdlichen Einsatz für diese Reihe, die er ins Leben gerufen und sie zusammen mit Emmi Beck über ein Jahrzehnt mit Verlass organisiert hat. Zukünftig wird das Programm von Ilka Heiner und Ulrich Bartscher gestaltet.

Museumsfahrten

Emmi Beck und Vorsitzender Joseph Bender
Emmi Beck

Ebenfalls positiv sah der Vorsitzende die zwei jährlichen Museumsfahrten. Emmi Beck und Dr. Reinhard Fischer begeistern so jedes Jahr über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Ziele waren im vergangenen Jahr das Römermuseum in Haltern und die Ausstellung "2000 Jahre Varusschlacht" in Detmold mit Hermannsdenkmal.

Das "Cafe im Museum", das während des Marktes "Bürger für Bürger" seine Pforten öffnete, war ebenfalls sehr gut besucht und ist somit eine feste Größe im Plan des Fördervereins.

Auch der Museumskalender 2009 "Altstadt in neuen Bildern" ist im Jahre 2009 gut verkauft worden, dagegen ist das Interesse am Kalender 2010 "Schätze des Ruhrtalmuseums" deutlich geringer gewesen.

Alter und neuer Vorstand

Kathrin Lindenberg
Kathrin Lindenberg

Schatzmeister Ulrich Bartscher wies auf eine solide Kassenlage hin und dankte vor allem den Mitgliedern, die anlässlich ihrer Geburtstage für den Förderverein gesammelten hatten. Die bestehenden Darlehen, die man zum Umbau der Museumshalle aufgenommen habe, seien weiterhin abgetragen worden.

Als Versammlungsleiter wurde Rudi Pohl gewählt. Auf seinen Antrag hin wurde der Vorstand entlastet und Joseph Bender zum 1. Vorsitzenden einstimmig wiedergewählt. Der neue, alte Vorsitzende dankte danach Emmi Beck für ihre jahrelange Vorstandsarbeit. Sie schied auf eigenen Wunsch hin aus, bleibt aber dem Förderverein des Ruhrtalmuseums treu, indem sie jährliche weiterhin eine Museumsfahrt organisiert. So wurde der bisherige Schatzmeister Ulrich Bartscher neuer 2. Vorsitzender. Ihn ersetzt Kathrin Lindenberg für die nächsten zwei Jahre als Schatzmeisterin. Der Schriftführer Michael Glettenberg und der Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit Hans-Heinrich Lindner wurden in ihren Ämter bestätigt. Als Kassenprüfer fungieren zukünftig Heinz Kreggemeier und Dr. Klaus Halfpap.

Museumsbericht

Das Historische Spiel
Das Historische Spiel

Einen umfassenden Bericht gab Museumsleiter John Loftus. Die Besucherzahl sei erstmalig über 20.000 auf 20.203 gestiegen. Dies läge u.a. an den acht Ausstellungen und im besonderen am "Kariestunnel", zu dem alle Grundschulkinder Schwertes erschienen seien. "Gedenkmünzen und Medaillen aus dem Bestand des Ruhrtalmuseums" sei die selbst konzipierte Ausstellung gewesen. Zwei Historische Spiele ("Anno 792 - Franken und Sachsen" und "Anno 936 - Streit unter Sachsen") hätten weit über 100 Kinder und Jugendliche im Spieldorf Argeste angesprochen.

Als Ausblick für die Dauerausstellung gab er an, er arbeite an der Feinkonzeption. Sie beinhaltet u.a., die Ausstellungstexte zu den einzelnen Themen und Exponaten zu schreiben, Maße und Beschreibung der Exponate festzulegen, eine Informationsstaffelung (oberflächliche und vertiefte Vermittlung) zu finden, die Barrierefreiheit (Textgestaltung und Höhe, damit gut lesbar) zu berücksichtigen und die interaktive Gestaltung der Ausstellung (anfassen, bewegen, tun, hören), besonders für die jungen Besucher, zu finden. So müsse ein Konzept für die Museumspädagogik das Tasten, Experimentieren, Rätsellösen, Hören und anderes so umsetzen, dass Spaß und, fast unbemerkt, Geschichte vermittelt werde. Das Grobkonzept stehe. So seien die Themen an hand des Bestandes festgelegt, die Exponate ausgewählt, die räumliche Verteilung vorgenommen, die Art der Präsentation (Technik, Vitrinenart, Größe) geplant und die daraus voraussichtlich entstehenden Kosten berechnet.

Joseph Bender schloss die Versammlung mit dem Versprechen, dass der Förderverein den Umbau des Museums und das damit verbundene museumspädagogische Konzept positiv begleiten wird.

Schwerter Kalender 2010

Der Schwerter Kalender 2010, der zum 14. Mal durch den Förderverein Ruhrtalmuseum herausgegeben wird, ist erschienen. Gezeigt werden Schätze des Ruhrtalmuseums.

Das Titelbild des Schwerter Kalenders 2010

So zeigen seine Bilder "Fußfesseln aus Eisen" aus dem 17. Jahrhundert, einen "Bronzenen Riemenverteiler" für einen Schwertgut und "Tiegel für den Buntmetallguss" aus dem 9. Jahrhundert, einen "Zigarrenhalter aus Meerschaum" aus dem 19. Jahrhundert, "Tintenzeug" aus dem 18. Jahrhundert, ein "Bolzenbügeleisen aus Messing" aus dem 17./18. Jahrhundert, einen "Dukaten" von 1630, den berühmten "Haifisch", dessen Alter nicht bestimmt werden kann, aber aus der Hansezeit stammen muss, einen "Mitropa Speisewagen" aus der Zeit von 1920 bis 1939, eine "Pickelhaube" aus dem späten 19. Jahrhundert, eine "Terrine", hergestellt zwischen 1931 und 1940 bei VDN (Vereinigte Deutsche Nickelwerke) und entworfen von C.H.J. Schmitz, das "Schwerter Privilegienbuch" (Stadtrechte) mit einer Übersetzung Prof. W. Reininghaus und der römischen Siegesgöttin "Viktoria", die auf das 3. Jahrhundert n. Chr. datiert wird.

Stadtarchivar Udo Bleidick fotografierte die Bilder, die Auswahl trafen Museumsleiter John Loftus und der Öffentlichkeitsbeauftragte des Fördervereins Ruhrtalmuseum Hans-Heinrich Lindner. Wie auch in allen vergangenen Jahren wurde dankenswerterweise der Druck durch die Unterstützung von der Werbeagentur Kolöchter & Partner und der Druckerei Uwe Nolte ermöglicht.

Der Preis beträgt jetzt Euro 5,00. Zu erwerben ist er bei den Buchhändler "Bücher Bachmann" und "Ruhrtal-Buchhandlung" und natürlich im Ruhrtalmuseum.

Frühjahrsexkursion

Die Exkursionsteilnehmer am Hermannsdenkmal
Die Exkursionsteilnehmer am Hermannsdenkmal

Besuch des Hermanndenkmals in Detmold

Mit dem gegen Westen hoch erhobenen Schwert steht das Denkmal des Cheruskerfürsten Hermann auf der Anhöhe bei Detmold, als Bronzekoloss bestaunt von den Schwerter Museumsfreunden bei ihrer Frühjahrs-Museumsfahrt.

Emmi Beck als Organisatorin der Fahrt führte zunächst in das Lippische Landesmuseum Detmold. In zwei Gruppen sahen und hörten die Teilnehmer von Römern und Germanen um das Jahr 09 und von dem Mythos, der um die "Varusschlacht" und den siegreichen Cherusker Arminius entstanden war.

Tacitus schon nannte Arminius den Einiger der germanischen Stämme, obwohl das nach Zahl und Dauer stark aufgetragen war. Immerhin brachte die Wiederbelebung der antiken Literatur in der Renaissance auch die Wiederentdeckung des Cheruskerfürsten. Hutten und Luther missbrauchten ihren nun "Hermann" genannten Arminius prompt als Leitfigur im Kampf gegen Rom, hier die "römische Kirche". Für das im 19. Jahrhundert erwachende Nationalgefühl nach den Freiheitskriegen wurde "Hermann" zum "Einiger der Deutschen" (die es 09 noch gar nicht gab). Preußenkaiser und später die Nationalsozialisten sahen in Hermann ihren vorbildlichen Helden, dessen Schwert sich aber gegen Westen, also den "Erbfeind" Frankreich, richtete. Auch nach 1945 galt Hermann für viele als Symbol der herbeigesehnten Wiedervereinigung.

Das 1875 enthüllte Denkmal, entworfen und gebaut von Ernst von Bandel, ist und bleibt ein Ausflugsziel für Millionen Besucher aus aller Welt, zumal in diesem Jahr der Erinnerung an die Schlacht im Jahr 09, verbunden mit viel "Party-Rummel". Für die Museumsfreunde war es eine lehrreiche Exkursion, zu der auch Joseph Bender, Vorsitzender des Fördervereins Ruhrtalmuseum e.V., wichtige Ergänzungen bereithielt.